Richard Koo und seine Sicht der Finanzwelt

Richard Koo zu Gast auf der ACATIS Value-Konferenz.

Der taiwanesisch-japanische Ökonom Richard Koo, Chefökonom des Nomura Research Institutes, hat auf der ACATIS Value-Konferenz am 20. Mai 2016 in Frankfurt seine Sicht der Finanzwelt erläutert.


Ursache der gegenwärtigen wirtschaftlichen Übel ist die Bilanzkrise der westlichen Finanzwelt (und Japans). Die Asset-Blasen sind geplatzt. Der Wert der Anlagen ist geschrumpft, die Schulden sind geblieben. Die Reparatur der Bilanzen (sprich Abbau der Schulden) braucht Jahrzehnte, und da die Volkswirtschaften zwecks Bilanzreparatur mehr sparen als investieren, fehlen die in den volkswirtschaftlichen Lehrbüchern immer reichlich vorhandenen Schuldner, die dieses Kapital nutzen wollen. Es gibt einen Überschuss an Geld, aber keine Nachfrage. Darum fallen die Zinsen unter die Null-Linie, oder aber das Geld wandert in den Kapitalexport. Wegen der fehlenden Nachfrage ist die Geldmengenexpansion der Notenbanken wirkungslos.


Koo widerspricht deutlich der Forderung, dass Staaten sich gesundschrumpfen müssen. Er fordert, dass in Ländern mit zu hoher Sparquote der Staat das Überschussgeld der Privaten aufnehmen soll und investieren oder konsumieren muss (ansonsten würde das Geld ins Ausland abwandern). Es ist ja auch offensichtlich: Wer das deutsche Bahnnetz, das Straßennetz oder die Hochspannungsleitungen kennt, sieht, dass wir einen riesigen Investitionsbedarf haben. Ob nun der Staat oder eine Versicherungsgesellschaft das Geld investiert, ist egal - Hauptsache, das überschüssige Sparvolumen wird sinnvoll genutzt.


Äußerst kritisch beurteilt Koo die Geldschöpfungspolitik der Notenbanken, die als Konjukturbelebungsmaßnahme eingesetzt wird. Wenn es keine Kreditnehmer gibt, so geht die Geldschöpfung ins Leere. Koo nennt das Geld im Bankensektor eine Zeitbombe. Wenn hier Normalität eintritt (also normale Kreditaufnahme, normale Geldumlaufgeschwindigkeit), so kann und wird dieses Geld Inflation in dreistelliger Höhe hervorrufen.

Koo glaubt, dass es sehr schwer wird, dieses Geld wieder zu neutralisieren. "No one came back alive reducing money supply and increasing interest rates at the same time". Er nennt dies die "QE"-Falle, das "Big-Mess"-Szenario. Das sägezahnartige Wechselspiel zwischen Zinsanhebung und Geldlockerung wird zukünftig zu einer sehr volatilen Zinsentwicklung führen und sich in stark schwanken- den Wechselkursen entladen. "Prepare for very choppy waters".


Noch vor zwei Jahren war Koo optimistisch, dass die multiple Finanzkrise durch umsichtiges Agieren gelöst werden kann. Dieser Optimismus fehlte ihm auf der ACATIS Konferenz.

 

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